Gar Kurioses ist da aus dem Aiglsbacher Gemeinderat zu vernehmen. Da meint der 1. Bürgermeister Leonhard Berger, die aktuellen Investitionen des Wasserzweckverbands könnten gar nicht über Gebühren finanziert werden. Die dritte Bürgermeisterin räumte das dagegen schon ein, vertrat allerdings den Standpunkt, dass es dann "teuer werden" könnte. Und Gemeinderatsmitglied Georg Bachmeier appellierte dringend, man solle zur Sachlichkeit zurückkehren. Leonhard Berger glaubte sogar, ein Verschwörungstheoretikerthema ausgemacht zu haben.
Was wollen diese Mitglieder des Gemeinderats uns damit eigentlich mitteilen? 1) Offenbar verkennt der 1. Bürgermeister, dass das Gesetz eine Finanzierung der Verbesserungsmaßnahmen über die Wassergebühr ausdrücklich zulässt. 2) Die dritte Bürgermeisterin lässt jegliche Sachlichkeit gleich ganz vermissen, wenn sie bei ihrem Vortrag nicht erwähnt, mit welchem Beitrag die Verbesserungsmaßnahmen im Wasserpreis finanziert werden können, sondern einfach lapidar suggeriert, es könne teuer werden. Es sind, und das ist seit langem bekannt, 26,5 ct pro Kubikmeter Wasser für die aktuellen Investitionen von 10,5 Millionen Euro.
Also, wenn die Fakten im Gemeinderat von Aiglsbach ausgeblendet, gesetzliche Vorschriften außer Acht gelassen werden und von Verschwörungstheorie gesprochen wird, dann muss man nur noch Eins und Eins zusammenzählen, und dann darf es auch nicht verwundern, wenn man zu dem Ergebnis kommt, dass es sich dabei wohl nur um eine Eigenanalyse und Selbstreflexion des Aiglsbacher Bürgermeisters und gegebenenfalls Teilen seines Gemeinderats handeln kann.
Dr. Ralf Schramm / Walkertshofen